Zalando Weihnachtswerbung

Ich finde den aktuellen Zalandospot ziemlich amüsant. Also die Einführung macht mir schon Spaß. Western Musik. Auf dem Dach eines Wohnhauses. Paketbote und Weihnachtsmann stehen sich gegenüber. Im Hintergrund parkt der Rentierschlitten. Der Weihnachtsmann betont mit Baßstimme, dass er hier die Geschenke bringt. Dann piepst der Paketbote, dass er aber die Zalandogeschenke ausliefert und hüpft mit Arschbombe in den Kamin.

Als nächstes sieht man den Paketboten lustig plaudernd in einer Gruppe junger Frauen stehen. Alle Beschenkten freuen sich über die tollen Zalando Geschenke. An jedem Präsent bammelt so ein Zalandoschild runter. Die Auswahl ist nicht groß, da gibt es Schuhe und Taschen. Im Hintergrund spielt „Jingle Bells“. Der Opa liegt wie eine Puppe im Lehnsessel. Am Schluss der Produktpräsentation der obligatorische Schrei. Eine Ansammlung nicht nur von Weihnachtsklischees.

Am Schluss sieht man den Weihnachtsmann draußen stehen, völlig fertig. Seinen Ausraster bekommt er, nach dem der Schokoladenweihnachtsmann auf dem Fensterbrett gegen den Schokoladen-Zalandoboten ausgetauscht wird. Der Slogan verrät uns, er schreit vor Glück.

Trotz der konsumorientierten Darstellung, die das Weihnachtsfest seiner Bedeutung enthebt, ist der Film sehr lustig. Die Kontraste im Wesen zwischen Weihnachtsmann und Paketbote, das fast lächerlich überschwängliche Weihnachtsfest im Gegensatz zum Verzweiflungsschrei des Weihnachtsmannes. Adieu Weihnachtsmann, willkommen Zalando. So traurig das auch klingt.

  • Agentur: JvM/Fleet

Burger King Sammeltassen

Seit November im TV, aber irgendwie langweilig, weil ich das Schreien der Männer aus dem Heineken-Spot schon kenne. Ausserdem kann ich die Aufregung nicht verstehen. Verstehe ich auch nicht als komisch. Obendrein sind die Becher hässlich, in meiner Wahrnehmung.
  • Agentur: Heimat

VW Parkhilfe ParkPilot

ParkPilot (tatsächlich deutsche Aussprache) heißt das beworbene Feature, aus den VW Nutzfahrzeugen. Ein Piep-Signal ertönt im Rückwärtsgang. Je weniger Platz nach hinten ist, desto schneller wiederholt es sich.

Hier, kombiniert mit dem Auspiepen von Schimpfwörtern des Beifahrers, erfüllt der ParkPilot zwei wichtige Funktionen. Der Slogan: „Angenehmer einparken“ deckt die Funktion für beide Szenarien. Erstes Szenario: Der Fahrer hat keinen Stress beim Einparken, guckt nicht nach hinten, braucht nur auf das Singal zu achten. Die Einparkhilfe verrichtet ihren Dienst fehlerlos.

Im zweiten Szenario ist es angenehm für den Fahrer, dass er sich das Geschimpfe vom Meister nicht anhören muss. Hier spielt der Spot aber auf meiner Meinung nach sehr dünnem Eis. Auch wenn es sehr lustig anzusehen ist. Die Ruhe des jungen Fahrers, der die Säge vergaß. Dazu das göttliche Piepen, das ihn vor den Flüchen rettet.
Dennoch lenkt diese Darstellung die Aufmerksamkeit mehr auf den Witz, als auf den eigentlichen Sinn der Funktion. Und dass im VW solch eine Stimmung aufkommt und sich der Meister schließlich im Off mit „Ich hab das alles so satt“ verabschiedet, hinterläßt bei mir einen Beigeschmack.

Trotzdem finde ich die schauspielerische Leistung, den gesprochenen Text, die Spannungskurve, die Umsetzung des Films und die Farbgebung sehr gut. Nicht so gut finde ich den Abbinder mit dem Slogan „Angenehmer einparken: die akustische Einparkhilfe PrakPilot.“ „Angenehmer einparken“ finde ich zu einfach. Und wie schon gesagt wertet der Off-Text vom Meister VW meiner Meinung nach ab.
Alles in allem aber ein gelungener Spaß mit teilweise fragwürdiger Werbewirkung für VW.

Schöffel Werbung

Der Spot fängt die Stimmung vom Draußensein gut in Bildern ein. Einfach, nicht hochtrabend, Schöffel eben. Der Text besteht aus dem langen unverständlichen Teil der Zivilisations-Business-Krankheiten, den man besser zwei mal hört, bis jedes Wort entschlüsselt ist, und dem Abbinder: „Macht erst mal ohne mich weiter“. Eine schöne Auflösung, die das Gefühl erzeugt, endlich raus zu sein – ganz den Bildern entsprechend. Der Spot überzeugt und macht Lust auf Alleinsein in der Natur. Ob ich mein Abenteuer mit Schöffel bestreiten würde, steht auf einem anderen Blatt.

Mir gefällt das Bild mit dem Rentier besonders.

  • von Ogilvy Frankfurt

Erleg den Bären

Ein Mann der ganz cool drauf zu seien scheint.
  • Danke Ute.

Schlecker Ausverkauf

Seltsam, den alten Opa zu sehen. Der von Toilettenpapier und Küchenrolle nicht genug bekommen kann. Der seine Frau herumkommandiert. Der Kacke und Scheiße in den Mund nimmt.
Es soll ja diese Kriegstraumata geben. Dass er das Papier anhäuft, weil er in schlechten Zeiten, bei widrigsten Bedingungen nicht die Möglichkeit hatte sein Geschäft zu machen, vielleicht sogar mit der Qual einer vollen Hose leben musste.

Der Ausverkauf bei Schlecker bringt doch so einiges ans Tageslicht. Es stimmt ja, dass die Menschen auf ein mal einkaufen, sonst aber ferne blieben. Warum soll der kleine Sparer auch zu Schlecker gehen, wenn es woanders das Gleiche günstiger gibt. Oder wenn man das Gleiche in seinem Lebensmittelgeschäft kaufen kann? Oder wenn ein schickerer Konkurrent mit besseren Lockangeboten und gehobenem Ambiente einlädt? Schlecker hat es an allem gefehlt. Der Knieschuss war ja dann „For you. Vor Ort.“ Der Käufer ist doch nicht Schuld an der Misere. Der muss da nicht einkaufen. Aber er kauft gerne, wenn es einen besonderen USP gibt, wie man sieht.

Dennis Rouvre – Faces of Tsunami


Dennis Rouvre – Faces of Tsunami

Krasse Serie von Dennis Rouvre – die Gesichter nach der japanischen Tsunamikatastrophe.