Sicherstes Fahrradschloss

Auf der Suche nach einem neuen Fahrradschloss stieß ich auf dieses Video. Eigentlich eine Werbung. Die Auflösung erfolgt wieder ein mal zum Schloss. haha.
Ein Paar Leute mit einer Idee und handwerklichem Können bauen sich ein neues Fahrradschloss, das an einem Laternenpfahl befestigt wird. Fahrradschloss ist hier ein Synonym für einen Fahrradlift. Der Fahrradlift wird an der Laterne befestigt, das Fahrrad eingehängt und per Fernsteuerung wird dem Lift das Hochklettern an der Laterne diktiert. Das Fahrrad steigt mit. Das Fahrrad ist tendenziell unerreichbar und somit sicher.

Werbung von . wird nicht verraten

Ich finde die große Qualität dieses Werbespots von JvM liegt darin, dass hier eine abstruse Geschichte erzäht wird, die sich einen sehr abstrakten Sachverhalt zum Thema gemacht hat. Ich sehe einen Mann durch eine Stadt laufen, in der Alles halb steht, langsam geht oder ruckelnd in einer Handlung steckt. Flitzend bahnt sich Mann einen Weg um Hindernisse wie herannahende Autos, die ihm nichts anhaben können in ihrer Langsamkeit. Eine Frau gesellt sich rennend zu ihm. Beide erreichen einen Weg, an dessen Ende ein helles Licht scheint. Ein Wettrennen zwischen den beiden. Es folgt die Auflösung und der Aha-Effekt. Werbung für Vodafones Geschwindigkeit im UMTS Netz. Alle anderen Anbieter sind langsam und ruckeln, Vodafone ist zukunftsweisend mit schnellerem “mobile web”.

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Sozialwahl 2011 Werbung

Nichtsahnend klick ich mich durch den GoSee-Newsletter und komme auf das Werbevideo, dass den Noch-nicht-Wähler zur Urne bewegen soll. Toll gespielt. Der Anfang, das heißt, die ersten beiden Szenen, stiften etwas Verwirrung, weil man glaubt es ginge um das „Wohin?“. Aber insgesamt doch schön einfach gehalten, was mir ja immer gut gefällt.
  • Regie: Maurus vom Scheidt
  • Director of Photography: Christian Rein

Black Swan – Ein Resümee

024/365 - The All Day Everyday Project
Poster von Hannes Beer

Ein wenig verspätet:
Black Swan war ein ziemlich abgedreht, heftiger Film. Geschaut im Original mit UT in dem kleinen Kino Central am Hackeschen Markt. Analoge Filmtechnik, Projektionsobjektiv mit sichtbarer Vignettierung, tiefe Sessel und ein kleiner Zuschauerraum ließen die richtige Atmosphäre für den Film mit einer stets wandelbaren Natalie Portman aufkommen.

In dem einen Moment dachte ich sie sieht aus wie Julia Roberts, im nächsten wie Angelina Jolie und dann doch wieder, ungeahnt schön, wie Natalie Portman. Die Szene in der sie das Finale, den Selbstmord des weißen Schwanes spielt war so eine, wo alles darauf abzielte, sie schön aussehen zu lassen. Doch dazu an anderer Stelle mehr.

Es geht um die wohl behütete, sogar stets bemutterte Tänzerin Nina (N.P.). Zuhause lebend, allein mit ihrer Mutter, im eigenen Zimmer umgeben von Kuscheltieren, aber schon kein Teenager mehr. Ehrgeizig, dem Perfektionismus verfallen, balletiert sie sich ihre Karriere. Immer in freundschaftlich, abhängiger Verbindung zu ihrer Mutter, eine Ex-Ballerina, die mit 28 ihren Job aufgab, für ihre Tochter. Ehrgeiz von allen Seiten.

Es ist so weit. Eine Stufe höher kann Nina klettern. Schwanensee. Die Stelle für die Schwanenprinzessin soll ihr gehören. Sie will. Crux an der Rolle: Schwarzer und weißer Schwan in ein und der selben Person. Gutes und Schlechtes getanzt und gespielt von nur einer Ballerina.

Ninas Lebensführung prädestiniert selbige für die Rolle des weißen Schwanes. Doch das reicht nicht für die ganze Rolle. Für den schwarzen hat sie nicht den Ausdruck, weil zu wenig Erfahrung auf dem Gebiet der Unartigkeit. Time fi learn.

Ihr Alter Ego, Lilly, taucht auf und zieht das unerfahrene Geschöpf in die Welt aus Drogen, Sex und Rock’n’Roll. Ja, Lilly ist real. Eine Tänzerin im Ballett mit dem Freigeist, der wie geschaffen ist für die Rolle des schwarzen Schwanes. Nina greift zögerlich zu, verbringt den Abend mit punky Lilly und hat die wildeste Nacht ihres Lebens.

Die Mutter erkennt sie nicht mehr wieder, die Kuscheltiere fliegen in den Müllschlucker, Nina will ausziehen. Wilde Sexfantasien und andere Halluzinationen lassen Nina und den längst im kuscheligen Kinosessel versunkenen Zuschauer erzittern. Bald mystisch, bald krimialistisch, körpernah und von klassisch schöner Musik untermalt, schwenkt die Kamera, immer wieder in Spiegel guckend durch den Film. Alles wird zur unklaren Ballung aus Fiktion und Realität.

Das Leben des einst guten Mädchen wird ganz durcheinander gebracht, von den Anforderungen, die diese neue Rolle, die schwarze, an sie stellt. Sie muss aufgeben, was sie erreicht hat: Kontrolle, perfekte Körperbeherrschung. Sie hat zu tauschen mit Verlust, Verführung und Trennung.

Nicht mehr wissend wo oben und unten ist, erleben wir eine Verwandlung der Protagonistin hautnah mit. Ein Leben wie man es sich vorstellen kann, erzählt wie ein modernes Märchen.

Frauen, und nicht nur Frauen, stehen unter Druck etwas zu werden, damals wie heute. Jeder von uns hat sowohl das Gute wie auch das Schlechte in sich. Prinzen stehen auf das Gute, wie im modernen Märchen Black Swan. Aber sie wollen auch das böse Mädchen.

Werbung für EF Int. Language Center

Vor Kurzem wurde ich auf die Werbefilmchen für EF aufmerksam gemacht. Die Community erfreute sich an der Typografie. Aber es ist nicht nur die Typografie, die, wenn ich für mich sprechen darf, diese Filmchen zu derbe originellem Shit macht.

Die Geschichte von einem jungen Menschen, der sich für eine Sprachreise entschied, im fremden Land empfangen wird, sich einlebt, die Tage verlebt und immer und immer neues entdeckt, Freunde findet und, wahrscheinlich irgendwann wieder zurück geht.

Alle Filme der Serie begnügen sich mit dem gleichen Lied. Leichtes Leben kommt aus den Boxen. Auf Trab sein, vergnügt sein, mit vielen.

Die Filme laufen wie eine Erinnerung ab, farblich in den Charme von Amateurfilmen getaucht, mit vielen persönlichen Momenten. Schärfe wandert präzise, aufgefangen mit der 5D MII.

Damit man nicht vergisst, dass es um Sprachreisen geht, wird von hübsch ausgewählter Typografie das Bild überlagert. Es steht in der Fremdsprache geschrieben, dass die Ananas, die wir sehen, bspw. Piña auf Spanisch heißt.

Die Filme sind wie aus einem Guss. Bilder, Schrift und Musik atmen den gleichen Geist und die Clips ergeben ein stimmiges Gesamtwerk, von denen jeder einzelne auf seine Weise genossen werden kann.

True Grit

truegrit

Ich komme gerade aus True Grit. Ohne Trailer, blind reingegangen. Ich wurde nicht enttäuscht, aber auch nicht vom Hocker gehauen. Ich will den Coen Brüdern keine Faulheit unterstellen, aber der Film kommt doch mit sehr wenigen Mitteln aus. Im Vordergrund steht die Geschichte. Bravourös erzählt. Sauber, poetisch, edel. Gespielt von drei Hauptdarstellern. Jeff Bridges als einäugiger Sheriffdude, Matt Damon als versonbbter Texasranger und Hailee Steinfeld als 14 Jährige, unbeirrbare Rächerin. Sie will den fliehenden Mörder ihres Vaters finden und bestrafen. Und weil von den Gesetzeshütern kein großer Bedarf an einer Verfolgung besteht, heuert sie den Marshall Rooster Cogburn (J. Bridges) an, der Einäugige. Da er mit seinem Leben nicht mehr viel anfängt, geht er gegen Bezahlung auf die Forderungen des jungen Mädchens ein und zeigt sein Können im Schießen, Saufen und Reden. Am Anfang noch ein schroffer, undurchsichtiger Mann aber schon bald durch viele komische Situation sich selbst karikierend. Der Texas Ranger LaBeuf (M. Damon) will ebenfalls den Mörder, welcher übrigens Tom Chaney genannt und von Josh Brolin gespielt wird, da er sich eines Verbrechens in New Texas an einem Minister schuldig gemacht hat. Der Texasranger glänzt mit Schein statt sein, viel Stolz, väterlich überzogener Strenge und einem missgünstigen Schicksal.

Im Wortgefecht vereint reiten die junge Mattie Ross, der Marshall und der Ranger los Chaney zu schnappen. Aber es wird bald mehr als nur die Jagd nach dieser einen Person. Und da kommt die große Qualität des Filmes zum Tragen. Munter und mit lockeren Strichen skizziert der Film mit Bildern, neuen Wendungen und viel Witz eine ständig sich verändernde Situation. Alles gehört zusammen. Aber es sind der Puzzleteile viele. Und nichts wird einem geschenkt, was die Grundaussage des Filmes darstellt, wie es die Autoren selber verlauten lassen.

Intelligenz, Reduktion, Skizze, Witz, ein wenig brachiale Gewalt und Ironie sind die Spielarten aus denen der Film entsteht. Dass die großen Stars, hier Beschränkt auf Matt Damon, irgendwie durch das Drehbuch veralbert werden, glaube ich. War ich schon der Meinung, dass in Burn After Reading diese Form der Darstellung gefeiert wurde.

Noch ein Wort zur 14 jährigen Mattie, die, so jung sie auch sein mag, eine innere Stärke an den Tag legt und sich mit Unbeugsamkeit und starkem Willen zum geliebten Geschöpf der Männer und erfolgreich in ihrem Streben macht.

Auf dem Weg zum Kino unterhielt ich mich mit einem anderen Kinogast kurz über die Gewalt in den Coen Filmen, wie man sie in No Country for old Men „fürchten“ gelernt hat. Von der Kaltblütigkeit hat dieser Film auch etwas, aber längst nicht in der schonungslosen Offenbarung. Warum sie sich überhaupt zu dieser Darstellung hinreißen lassen? Ich denke es ist der normale Zeitgeist, dem sie sich unterwerfen. Hat doch ihre Interpretation von Gewalt eine andere Qualität als bei Rodrigez oder Tarantino. Man kann über sie hinwegsehen ohne fürchten zu müssen, dass dahinter nichts mehr kommt.

Mir hat der Film schon gefallen, ich wurde gut unterhalten, wirklich gut, aber ich wurde nicht emotional in den Sitz gedrückt und das hat mir gefehlt. Sehenswert ist er dennoch auf jeden Fall.

Macaroni Werbung

Jaja. Mir hängt es auch langsam zum Halse raus. Aber im Moment halte ich wohl Werbung für das Einzig-Postens-Werte. Gepaart mit meinem Möchtegern-Unverständlich-Geschwollen gehören die letzten Errungenschaften dieser Internetpräsenz zum Grund mich als langweilig zu erklären. Was mich aber nicht aufhält damit weiter zu machen, worauf ich gerade Lust habe. Das könnte durchaus eine seltsam überbackene Macaroni Mahlzeit sein. Zumindest nach diesem Spot. Ich rede heute gerne über meine ach so beneidenswert unterenwickelten Seiten. Als da ausserdem wäre, dass ich die Agentur, welche Crispin, Porter + Bogusky genannt wird, ebenfalls eine der kreativsten Agenturen, wie sehr man sich auch gegen den inflationär gebrauchten Begriff „kreativ“ auch aufstellen mag, nicht kenne. Jene Werbeagentur aber, dessen Mitgründer Chuck Porter dem diesjährigen ADC-Juryvorstand gerecht werden will, soll für den Spot verantwortlich sein, dem ich diesen Post widme. Ich kann ihn gar nicht oft genug gucken. Am liebsten hab ich die Melodai am Ende, wo der Schmodder aus dem Ofen gezogen wird. Auch das kleine süße Mädel, die hervoragende Inszenierung der Mutter, die, auch wenn sie nicht sonderlich hässlich ist, trotzdem eine selten gesehene Rolle spielt. Wie der kleine Spritzer, der beim Auftuen des Nachschlages herunterglitzert. Krönend, für mich, die Erinnerung an das selbst Erlebte, in meiner Kindheit. Ich kann dem W&V Artikel nur beipflichten.